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welche Pilzart ist das? Fotografiert im Dezember 2019 in 66557 Welschbach

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    welche Pilzart ist das? Fotografiert im Dezember 2019 in 66557 Welschbach

    Kennt jemand diese Pilzart?
    Wollte jetzt auch einfach mal testen, wie man ein Foto vom Handy hier hochlädt. War gar nicht so einfach - vielleicht hing es auch an dem derzeit vermutlich überlasteten Internet.
    Eigentlich gehört das Bild auch eher in ein Forum über Pilze. Haben wir ja aber (noch) nicht ...
    Der Beitrag kann auch demnächst wieder gelöscht werden, oder in ein Pilzforum umgehängt werden - falls umhängen möglich ist.
    Ich übe noch :-)
    Zuletzt geändert von Steffi Weiskircher; 25.03.2020, 11:30.

    #2
    Üben macht absolut Sinn. Ich hoffe mit den Apps wird das Hochladen vom Handy aus besser gehen. Aber die müssen ja erst noch gebaut werden. Ein Pilzforum werde ich nachher einrichten, und versuchen unseren Altmeister der Pilzkunde, Johannes Schmitt als Experten zu gewinnen.

    Kommentar


      #3
      Solange wir noch keine Pilz-Altmeister im Forum haben versuche ich mich mal laienhaft ranzuarbeiten. Da das Thema Pilze für den Anfänger ähnlich komplex zu sein scheint wie das Thema Flechten, ist das hier nicht mehr als ein lautes Nachdenken eines Ahnungslosen - aber vielleicht trotzdem interessant. Und wenn die Experten irgendwann hier hinzustoßen, kann man ja mal einen

      Peter hat im Chat ja den Begriff "Bovist" fallen lassen, was auch meine erste Assoziation gewesen ist. Große, knollenförmige Pilze waren auch für mich in der Kindheit immer "Kartoffelboviste".

      Laut Wikipedia bezeichnet "Bovist"1 eine Vielzahl von unterschiedlichsten Gattungen, die aufgrund konvergenter Evolution eine ähnliche äußere Erscheinungsform aufweisen, obwohl sie wissenschaftlich nicht näher miteinander verwandt sind. Die runde, geschlossene Form erleichtert es Pilzen, mit Trockenheit klarzukommen.
      Als Boviste werden im Deutschen verschiedene Gattungen bezeichnet:
      • Pilze der Ordnung Lycoperdales2 (Eigentliche Boviste der Gattung Bovista, Bovistella (Wurzelnder Stäubling), Riesenboviste (Calvatia), Scheibenboviste (Disciseda), Stielboviste (Tulostoma))
      • Stäublinge
      • und die Kartoffelboviste oder Hartboviste der Gattung Scleroderma (übersetzt: hart-Haut oder trocken-Haut). Nicht jeder Bovist ist also ein Kartoffelbovist.
      Beim Durchblättern der Artensteckbriefe fiel mir auf, dass alle von mir gesichteten Arten auf dem Boden wachsend abgebildet wurden.
      Einzige Ausnahme: Der Birnen-Stäubling (Lycoperdon pyriformis / Morganella pyriformis / neuerdings: Apioperdon pyriforme). Er ist laut Wikipedia und laut Rita Lüders "Grundkurs Pilzbestimmung" der einzige Stäubling, der Totholz bewächst. Er fruchtet hauptsächlich von August bis November, teilweise auch von Juni bis Dezember. Deine Aufnahme aus dem Dezember könnte hinkommen, zumal alle Fruchtkörper bereits geöffnet und daher sehr reif sind. Bloß die Form ist auf dem Bild nicht ganz deutlich - der Birnen-Stäubling hat oft (oder auch nicht immer) einen leichten Stiel, der aber auf vielen Bildern nicht zu erkennen ist.


      1 Besonders schön fand ich die etymologische Geschichte der Bovisten: "Der Name Bovist ist vom frühneuhochdeutschen Wort vohenfist (aus „vohe“ Füchsin und „vist“ Bauchwind, also „Fähenfurz“ oder „Fuchsfurz“) abgeleitet, aber bald nicht mehr verstanden und zu Bovist latinisiert. Der ursprüngliche Name nimmt Bezug auf das charakteristische Geräusch beim Entweichen des Sporenpulvers (früher auch „Rattenvist“ genannt[1]), der Name der Gattung Lycoperdon bedeutet ebenfalls „Wolfsfurz“." [direkt der Wikipedia entnommen]. Auch im Französischen heißt der Bovist noch "vesse de loup", also Wolfsfurz. "Pyriformis" kommt übrigens nicht vom griechischen pyr = Feuer (was bspw. im Pyromanen drinsteckt), sondern ist eine spätlateinischen Form vom lateinischen pirum, piri, n. = Birne.
      2 Was die Ordnung Lycoperdales und Gattung Lycoperdon anbelangt: die allüberall wirkenden Erkenntnisse aus genetischen Untersuchungen sorgen wohl momentan auch bei den Pilzlern für größere Änderungen in der Systematik und werfen althergebrachte Namen über den Haufen. Was in der deutschen Wikipedia noch als Lycoperdales geführt wird, ist laut englischer Wikipedia überholt. Und da die traditionellen Pilznamen im Deutschen über alle biologischen Neuerungen hinweg (mehr oder weniger) konstant bleiben, wird es zunehmen unübersichtlich

      Hier ein Steckbrief bei 123pilzsuche: https://www.123pilzsuche.de/daten/de...ubling1004.htm
      Hier die Steckbriefe aus der Android-App "Meine Pilze" und aus Rita Lüders "Grundkurs Pilzbestimmung:
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        #4
        Ich habe gleich aussehende Pilze (ein knappes Dutzend, ganz ähnlich wie auf dem Foto von Stephanie) am Samstag 11.04.2020 im Glasbachtal nördlich Diemerstein (Ortsteil von 67468 Frankenstein), nördlich der 4 Teiche, auf der Ostseite des Forst-Fahrweges, auf sehr trockenem Totholz-Geäst gesehen - leider kein Foto gemacht. :-|
        Wenn man nach Lycoperdon googelt, zeigen die meisten Fotos nicht die Sporenaustritts-Öffnung, mit wenigen Ausnahmen (z.B. hier). Marc hat das oben repräsentativer dargestellt.
        Zu beachten ist, dass das Zeitfenster der Sporenreife nicht zu dem oben von Marc genannten Intervall (Juli - Dez) passt... ein Anachronismus? Ich vermute dass die Pilze seit Dezember ziemlich unverändert blieben...
        Zuletzt geändert von Peter Hinske; 13.04.2020, 09:39.

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